Brodos

Application Performance Management ermöglicht Verbindung von Online- und stationärem Handel

Mit Hauptsitz im mittelfränkischen Baiersdorf, rund 450 Mitarbeitern und einem Umsatz von über 350 Mio. Euro (2014) zählt die Brodos AG zu den drei größten Mobilfunkdistributoren in Deutschland. Zum Kundenstamm gehören vom kleinen Mobilfunkladen über die großen Elektronikmärkte auch die Schwergewichte im E-Commerce sowie über die Hälfte der deutschen DAX-Konzerne. Brodos ist der offizielle Distributor aller führenden Hersteller (Apple, Samsung, Sony, u.v.m.) und Netzbetreiber (Telekom, Vodafone, Telefónica) in Deutschland. Die selbst entwickelte Brodos Software, die ursprünglich zur Optimierung der Geschäftsbeziehungen und der Kundenbindung mit dem Großhandel entwickelt wurde, wurde über die Jahre immer weiter verbessert bis hin zum Cross-Channel-Konzept des vernetzten Ladens, das seit Anfang 2015 erfolgreich vom Fachhandel eingesetzt wird. 

Große Produktauswahl durch Online-Kiosk

Die Software brodos.net ist ein System, das es ermöglicht, den stationären Einzelhandel und den Online-Handel zu verbinden. Somit vereint es Großhändler, Hersteller und Fachhandel. Bei der Software handelt es sich um eine cloud-basierte Cross-Channel-Lösung mit zentraler Artikeldatenbank und einem optionalen Kassensystem mit verschiedenen Warenwirtschaftsfunktionen. Sie ist komplett webbasiert und dadurch an jedem Ort zu jeder Zeit einsetzbar. Seit einigen Jahren wird die Software in Kioskterminals mit Touchdisplay genutzt, um so den Fachhändlern eine digitale Erweiterung des Produktportfolios zu ermöglichen. Durch diese Kiosk-Software gewinnen die Fachhändler einen Wettbewerbsvorteil, sowohl was die Breite des Produktportfolios angeht, als auch die Preissteuerung. Produkte, die nicht im Laden vorhanden sind oder sich gar nicht für die Lagerhaltung eignen, können über Nacht geordert und für den Kunden verfügbar gemacht werden. Der „vernetzte Laden“ kann damit was Preisgestaltung, wie auch die Produktpalette angeht, mit Online-Händlern mithalten. Durch zusätzliche Serviceangebote, die nur der Einzelhandel bieten kann, ist er sogar dem Onlinehandel gegenüber überlegen. Zusätzlich können die Händler mit dem Online-Kiosk, der Onlinevariante des brodos.net-Kiosks, auch im Internet Präsenz zeigen und ihr Produktportfolio sowie ihre lokalen Dienstleistungen darstellen.

Behebung und Lösung von Performance-Probleme

Die Brodos AG möchte den „vernetzten Laden“ branchenübergreifend (z. B. Apotheken, Mode und Spielzeug) für den Einzelhandel auszubauen. Voraussetzung dafür ist, dass die Software voll funktionsfähig läuft, um die Kunden am Point of Sale (POS) zu überzeugen und gleichzeitig konkurrenzfähig gegenüber großen Online-Händlern zu sein. „Als besonders zeitaufwendige Herausforderung erwies sich die Koordination von Entwicklung und operativem Betrieb, wenn es um die Ermittlung von Performance-Problemen ging“, so Michael Virnstein, Director IT bei Brodos AG. Besonders im Hinblick auf die internationale Expansion rückte die Anwendungsstabilität mehr und mehr in den Fokus. Hier zeigen sich die Anbindungen nach Baiersdorf als nicht ganz einfach. Sie führten teilweise zu inakzeptablen Response-Zeiten von bis zu zehn Sekunden für den Seitenaufbau. Nachdem Speicherplatz in lokalen Datenzentren zugekauft wurde, stellte sich die Herausforderung, die Dienste vor Ort zu testen und sicherzustellen, dass Soft- und Hardware für die wachsenden Anforderungen gerüstet sind. Die Notwendigkeit einer professionellen Lösung für das Monitoring und Troubleshooting der Kiosk-Software war gegeben, um über Probleme und Veränderungen informiert zu sein und dadurch die Möglichkeit zur Optimierung zu haben. 

Application Performance Management im Einsatz effizient

Bei der intensiven Suche nach einem Software-Tool fiel die Entscheidung auf die Application Performance Management Software von AppDynamics. Durch ausführliche Tests und Probephasen überzeugt, entschloss man sich zur Umsetzung der APM-Lösung. Der Projektzeitraum – von den ersten Gesprächen bis hin zum Abschluss der Implementierung – dauerte von Mai 2015 bis Oktober 2015. Zur Implementierung waren fünf Mitarbeiter von AppDynamics und drei Fachkräfte seitens Brodos involviert. So konnte die tatsächliche Implementierungsdauer auf zwei Tage beschränkt werden. „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen von AppDynamics gestaltete sich als sehr angenehm“, so Michael Virnstein. “Die Berater waren sowohl hoch professionell als auch sehr nett, es machte Spaß mit ihnen zu arbeiten“.

Im Einsatz hat sich das Application Performance Management direkt bewiesen. Das Echtzeit-Monitoring der Anwendungsumgebung erlaubt die Diagnose auf Code-Ebene, was eine intensive Analyse zulässt. Fehler können schneller gefunden und behoben werden und die Sicherheit der geschäftskritischen Systeme ist gewährleistet.

Nutzererlebnis der Endkunden im Blick

Um die Services zu testen, bietet sich ein Enduser-Monitoring an, mit dem sichergestellt werden kann, dass auch dort die Response-Zeiten im akzeptablen Rahmen liegen. Der Einstieg mit der APM-Lösung gestaltete sich einfach. „Das Tool ist sehr intuitiv in den ersten Schritten, aber sehr vielseitig, je tiefer man einsteigt“, berichtet Virnstein. „Wir haben sicher noch nicht alles ausgeschöpft, was uns diese mächtige Lösung bieten kann, fühlen uns aber damit für zukünftige Aufgaben gerüstet“. Auch die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und operativem Betrieb hat sich verbessert, da die Monitoring Plattform die Basis für eine erfolgreiche DevOps-Strategie darstellt. Durch das Echtzeit-Monitoring der gesamten Netzwerkinfrastruktur für das Operations- und Entwicklungs-Team können Unternehmen mit APM schneller Informationen über die Netzwerkinfrastruktur austauschen und so ihren Software Development Lifecycle (SDLC) optimieren. Die proaktiven Warnungen des APM geben frühzeitige Hinweise auf Systemabweichungen. Damit lassen sich kritische Systemfehler und Ausfälle verhindern, die eine empfindliche Auswirkung auf die Kundenzufriedenheit haben können. 

Datenaktualität Voraussetzung für den vernetzten Handel

Bis Anfang Januar 2016 plant die Brodos AG die Tools des APM komplett in alle Prozesse integriert zu haben. Im ersten Schritt wurden bereits die wichtigsten Silos mit Agenten versehen. Geplant sind aber alle Server mit den adäquaten Tools und Agenten auszustatten, um absolute Transparenz zu gewährleisten. Bis Mitte 2016 plant Michael Virnstein mit einem voll funktionsfähigen System zu arbeiten, um das Konzept des „vernetzten Ladens“ auch auf andere Industriezweige auszubauen. „Der Markt beginnt allmählich die Idee hinter dem „vernetzten Laden“ zu verstehen“, zieht Virnstein Fazit. „Die Entwicklung muss schnell passieren. So ist uns zum einen Datenaktualität extrem wichtig. Zum anderen muss die Geschwindigkeit, die vom Internet als Standard erwartet wird, gegeben sein, um weiter konkurrenzfähig zu bleiben und so bei den Endkunden Akzeptanz für das Konzept zu schaffen“. In der Zukunft wird sich das Bild des Einzelhandels stark wandeln und wenn alles nach Plan verläuft, wird der „vernetzte Laden“ einen ganz normalen Bestandteil im neuen Einkaufsalltag darstellen.